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- Wer steckt hinter Horizonte e.V.?
- Horizonte e.V. ist ein Zusammenschluss von Menschen, die an einer
affektiven Erkrankung leiden oder litten und von Fachleuten, die sich
professionell mit den Krankheitsbildern Depression und Manie befassen.
Gegründet wurde diese Initiative am Bezirkskrankenhaus Haar - inzwischen
arbeitet Horizonte e.V. bundesweit.
- Warum gibt es Horizonte e.V.?
- Jeder zehnte Deutsche erleidet mindestens einmal im Leben eine depressive,
manische oder manisch-depressive (bipolare) Erkrankung. Doch häufig werden
die Symptome verkannt, noch häufiger wird unzureichend oder gar nicht
behandelt. Außerdem versuchen gerade depressive Menschen, ihre Krankheit
zu verheimlichen - denn immer noch gilt die Depression als Stigma.
Mögliche Folgen sind soziale Isolation, Verlust von
Leistungsfähigkeit und Lebensfreude bis hin zum Suizid. Auch
Angehörige kann eine solche Situation erheblich belasten
- Was will Horizonte e.V.?
- Ziel des Vereins ist es, die Behandlung von Betroffenen vor allem im
ambulanten Bereich zu fördern. Weiterhin soll eine gezielte
Aufklärung in der Bevölkerung dazu beitragen, dass affektive
Erkrankungen häufiger und schneller erkannt und damit frühzeitig
richtig behandelt werden. Informationen für Angehörige von
Betroffenen sollen den Umgang mit depressiven oder manisch-depressiven Menschen
erleichtern - weg von der Abgrenzung, hin zu Akzeptanz, Unterstützung und
konkreter Hilfe. Damit erhofft sich Horizonte e.V., auch einen Beitrag zur
Destigmatisierung affektiver Erkrankungen im Bild der Öffentlichkeit zu
leisten.
- Warum braucht es eine Telefon-Hotline?
- Wer sich ein Bein bricht, wird alles tun, um sich so schnell wie
möglich ärztlich behandeln zu lassen. Bei "affektiven
Erkrankungen" ist das anders. So liegt es in der Natur der Depression,
dass oft jeglicher Antrieb fehlt - auch der Antrieb, etwas gegen die Erkrankung
zu unternehmen. Unmöglich, sich aufzuraffen und einen Arzt aufzusuchen.
Unmöglich, die eigene Ratlosigkeit zu überwinden und sich zu
informieren, wo überhaupt medizinische oder psychologische Hilfe angeboten
wird. In diesen Fällen kann die Beratungs-Hotline zum Rettungsanker
werden.
- Was bietet die Telefon-Hotline?
- Wer die 0700 - 5522 8822 wählt, hat Gelegenheit, mit Ärzten,
Sozialpädagogen, Psychologen oder erfahrenen Pflegekräften zu
sprechen - mit Menschen, die zuhören und beraten. Was steckt hinter meinen
dunklen Gefühlen? Ist eine Behandlung notwendig? Wenn ja: Wohin kann ich
mich wenden? Wo ist die nächste Selbsthilfegruppe. Die Beratungs-Hotline
bietet kostenlose Informationen rund um die Krankheitsbilder Depression und
Manie. Und das natürlich streng vertraulich. Alle Mitarbeiter unterliegen
der Schweigepflicht.
- Für wen ist die Telefon-Hotline gedacht?
- Anrufen kann jeder, der Hilfe braucht: Menschen mit Depression oder Manie,
Angehörige, Freunde und Bekannte von Betroffenen sowie jeder Mensch, der
in einer Lebenskrise steckt und nicht mehr weiter weiß.
- Wer steckt hinter der Telefon Hotline?
- Getragen wird dieses Angebot vom gemeinnützigen Verein Horizonte e.V.
- einem Zusammenschluss von Betroffenen und Fachleuten. Der Verein finanziert
sich durch Spenden und wird von der Firma Pfizer ZNS unterstützt
- Was ist eine Depression?
- Traurige Simmung und fehlende Lebensfreude. Konzentrations- und
Denkstörungen, Erschöpfung und fehlende Leistungsfähigkeit.
Hinzu kommen können innere Unruhe und Schlafstörungen, vor allem am
Morgen. Schuldgefühle und mangelndes Selbstwertgefühl, bis hin zu
Selbstmordgedanken. Typische Symptome, die auf eine Depression hindeuten. Etwa
jeder zehnte Deutsche ist einmal in seinem Leben davon betroffen.
- Dennoch wird diese Erkrankung häufig verkannt - als Charakterproblem,
Stressreaktion oder körperliche Krankheit. Jede zweite Depression wird
nicht diagnostiziert. Nur jede vierte Depression wird (ausreichend) behandelt.
Das hat soziale, ökonomische und individuelle Folgen. Betroffene geraten
in die gesellschaftliche Isolation, fallen im Arbeitsleben aus, verlieren die
Freude am Leben. Etwa 12 000 Menschen nehmen sich in Deutschland pro Jahr das
Leben - mehr, als es Verkehrstote gibt. Häufigste Ursache: Depressionen.
- Noch immer gelten psychische Erkrankungen als Stigma. Noch immer wird eine
Depression in der Öffentlichkeit anders betrachtet als eine
Blinddarmentzündung. Damit beginnt ein Teufelskreis. Betroffene versuchen,
ihre Erkrankung zu verheimlichen. Anstatt Hilfe zu suchen und in Anspruch zu
nehmen, schweigen sie, versuchen zu funktionieren - und geraten so immer weiter
in die Isolation. Dabei lassen sich Depressionen gut behandeln - ambulant oder
im Krankenhaus, mit Medikamenten und/oder psychotherapeutischen Verfahren. Dazu
aber ist vor allem eines wichtig: Die Erkrankung muss erkannt werden!
- Manisch - depressiv - was ist eine bipolare
Erkrankung?
- Es kann auch ganz anders sein: Gehobene oder gereizte Stimmung,
übermäßiges Selbstwertgefühl, Größenideen und
Rededrang. Gesteigerte Aktivität, auch sexuell. Typisch - für die
Manie. Häufig wechseln manische mit depressiven Episoden - dann spricht
man von einer bipolaren (manisch-depressiven) Erkrankung. Diese ist etwa
fünfmal seltener als die reine Depression. Gerade bei dieser Erkrankung
sind Angehörige oft ratlos. Abgrenzung ist häufiger als der
entschlossene Versuch, dem Betroffenen zu helfen, auch wenn es dieser
keineswegs einsieht. Doch Hilfe ist wichtig - und möglich. Manien lassen
sich ebenso behandeln wie Depressionen. Gegebenenfalls kann sogar vorbeugend
behandelt werden.
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