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Information zu Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen 1

Falls Sie sich damit abfinden müssen, unter einer bipolaren Störung zu leiden, kann es für Sie sinnvoll sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen bzw. eine solche zu gründen.

Viele Probleme der Erkrankung können mit dem Arzt nicht ausreichend geklärt werden: Wechselnde Stimmungen, Probleme im Privatleben und am Arbeitsplatz, Auswirkungen der Medikamente auf das Leben, Folgen des Klinikaufenthaltes und vor allem die Tatsache, dass Sie als psychisch krank und vielleicht als "nicht zurechnungsfähig" betrachtetet werden, wird bei Ihnen irgendwann das Bedürfnis aufkommen, mit Anderen darüber zu reden.

Nun haben Sie vielleicht Familienmitglieder oder Freund/innen, mit denen Sie das besprechen können. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass sich in Ihrem Umfeld niemand auf dieses Thema einlässt, bzw. es wird häufig so sein, dass die Angesprochenen nicht wissen oder nicht verstehen, wo Sie der Schuh drückt und wovon Sie sprechen. Das wird sich sofort ändern, wenn Sie Zugang zu einer entsprechenden Selbsthilfegruppe gefunden haben - plötzlich weiß jeder, wo Ihre Probleme liegen, was sie umtreibt oder unsicher und ängstlich macht und was es überhaupt heißt, Bipolar oder Depressiv zu sein. Dann sind Sie auf Menschen gestoßen, die zu Experten in eigener Sache geworden sind.

Falls Sie in einer größeren Stadt leben, ist es möglich, dass es eine entsprechende Gruppe gibt. Am besten wenden Sie sich an die nächstliegende Selbsthilfekontaktstelle, die Ihnen mit Rat und Tat weiterhilft: "Wo oder wie finde ich eine Gruppe?" oder "Wie bekomme ich professionelle Unterstützung, wenn ich selbst eine Gruppe gründen will?" Wenn Sie eher in einer ländlichen Region leben, wenden Sie sich an die "Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V." (DAG SGH e.V.) in Gießen oder an die "Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen" (NAKOS) in Berlin. Beide Stellen verschicken auf Anfrage detailliertes Material, wie man eine Selbsthilfegruppe beginnen und durchhalten kann.

Selbsthilfegruppen für Patienten mit körperlichen Erkrankungen kommen gut alleine zurecht. Menschen mit seelischen Störungen jedoch, und speziell die depressiven und manisch-depressiven Erkrankten, profitieren von professioneller Hilfestellung. Ihre Mitglieder können ja immer wieder wechselnd schwer depressiv werden, möglicherweise selbstmordgefährdet oder manisch mit der Neigung zu riskanten und verlustreichen Unternehmungen. Es bewährt sich also, wenn außer den Mitgliedern einer Gruppe auch professionelle Helfer im Hintergrund bereit stehen, die im Notfall die Betroffenen auffangen können, die im Extremfall Selbstmordversuche in der Depression oder finanzielle und sonstige Fehlhandlungen in der Manie verhüten helfen. Neben den Selbsthilfekontaktstellen bieten sich hierzu Ärzte, Therapeuten, Krisenzentren und Kliniken an. Sie können beim Aufbau, bei der Unterrichtung über die Krankheit und in Notfällen auch rund um die Uhr beraten und helfen.

Der Kerngedanke der Selbsthilfe aber ist, dass Sie mit Ihrem Problem nicht alleine sind, sondern in eine Gemeinschaft eingebunden, in der alle selbst betroffen sind. Diese Arbeit trägt bei zu dem Selbstbewusstsein, dass psychisch krank sein nicht heisst, ohnmächtig zu sein und zur Hoffnung auf gesellschaftliche Akzeptanz. Denn Depressive und Bipolare Betroffene sind keine Randgruppe sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Wenn man die vom Leiden genauso mitbetroffenen Angehörigen dazuzählt, ist es schon eher ein Viertel aller Menschen. Offensive Öffentlichkeitsarbeit, durch Aufklärung kann die Position im Berufsleben stärken, Vereinsamung im Privatleben verhindern und vor allem den Mut fördern, sich korrekt und ausdauernd behandeln zu lassen. Rückhalt und solidarische Unterstützung in der Selbsthilfegruppe sind dabei ungeheuer wichtig.

Selbsthilfegruppen 2

Warum werden affektive Störungen so "unterbehandelt"? Warum ist das Verhältnis von Patienten mit bipolarer Störung oder Depression zu ihrem Arzt so schwierig? Die Antwort hat zu tun mit Psychiatrie, Zeitgeist, mit speziellen deutschen Eigenheiten, der Geschichte der pschiatrie und dem Verhältnis zur Medizin überhaupt. Und nicht zuletzt hat es mit den wackeligen Erfolgen der psychiatrischen Behandlung zu tun. Aber eines ist sicher. Ohne diese Behandlung und Hilfe geht es noch schlechter als mit ihr. Aber Ärzte vollführen Dienstleistungen und die kann man niemand nachtragen. Der Patient muss die Therapie wollen, er muss Einsicht haben, sich beraten lassen, Arzt und Patient müssen - wie man sagt - "kompliant" sein, aufeinander hören, zusammenpassen.

Ein Weg in diesem Wirrwarr von Misstrauen und Hilfsbedürftigkeit ist die Selbsthilfegruppe. Hier ist man nicht beim Arzt und erfährt dennoch Hilfe, hier gibt es Fachleute, die wissen, wovon sie reden. Und das Verhältnis zum Arzt funktioniert auch besser, wenn Betroffene als Berater den Patienten unterstützen. Zur Hilfe bei der Bildung von Selbsthilfegruppen gibt es die "Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V."(DAGH SHG) in Giessen und die "Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Untertsützung von Selbsthilfegruppen" (NAKOS) in Berlin. Sie verschicken auf Anfrage detailliertes Material, wie man so eine Gruppe initiieren und durchhalten kann.

Selbsthilfegruppen für Patienten mit körperlichen Erkrankungen kommen gut alleine zurecht. Patienten mit seelischen Störungen jedoch, und speziell die depressiven und manisch-depressiven Erkrankten profitieren von professioneller Hilfestellung. Ihre Mitglieder können ja immer wieder wechselnd schwer depressiv werden, möglicherweise selbstmordgefährdet oder manisch mit der Neigung zu riskanten und verlustreichen Unternehmungen. Es bewährt sich also, wenn ausser den Mitgliedern einer Gruppe auch professionelle Helfer im Hintergund bereit stehen, die im Notfall den Patienten auffangen können, im Extremfall Selbstmordversuchen in der Depression oder finanziellen und sonstigen Fehlhandlungen in der Manie verhüten.

Neben lokalen Selbsthilfekontaktstellen bieten sich hierzu Ärzte, Therapeuten, Krisenzentren und Kliniken an. Sie können beim Aufbau, bei der Unterrichtung über die Krankheit und in Notfällen auch rund um die Uhr beraten und helfen.

 

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Informationen und Bücher zur Erkrankung


Bei Fragen zu Ihrer Erkrankung scheuen Sie sich nicht, Ihren betreuenden Arzt um genaue Auskunft zu bitten und, falls dies noch nicht geschehen ist, sich zu einem Psychiater bzw Nervenarzt überweisen zu lassen. Er sollte Ihnen Art und Dauer der Medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung ebenso wie Wirksamkeit und Nebenwirkungen erklären können. Hierzu bedarf es sicher eines vertrauensvollen Kontakts und etwas Zeit für ein Gespräch, aber nur durch einen ständigen Dialog über die für Sie wichtigen Fragen kann eine Behandlung erfolgreich sein. Falls Sie mit den Auskünften Ihres Arztes nicht zufrieden sind, sollten Sie auch das zum Gegenstand eines Gesprächs machen. Wenn sich die Missverständnisse nicht ausräumen lassen, ist es ratsam, den Arzt zu wechseln. Manchmal dauert es, bis ein Patient den für ihn geeigneten Arzt findet. Unsere Hotline kann hier nur Anstösse liefern, keinesfalls können wir auf diese Weise Ihre Therapie übernehmen.

Als Vorbereitung für Sie, um die richtigen Fragen stellen zu können empfielt es sich, für Laien verständlich geschriebene Bücher über affektive Erkrankungen zu lesen, die in Fachbuchläden aufliegen:

  • Wolfersdorf, Manfred Depressionen: Verstehen und bewältigen 2. Aufl., Springer, 1995
  • Juenger, Ernst Depression Eine Information für Patienten und Angehörige Hrsg Techniker Krankenkasse Nexus Verlag, 1998
  • Cleve, Jay Licht am Ende des Tunnels: Wie Depressive und ihre Angehörigen sich selbst helfen können 1. Aufl., Huber-Verlag, 1997
  • Wittchen, Hans-Ulrich Wenn Traurigkeit krank macht: Depressionen erkennen, behandeln und überwinden Mosaik-Verl., 1997
  • Hexal-Ratgeber Gesundheit
  • Hautzinger, Martin Patientenbroschüre Depression. Information für Betroffene und deren Angehörige Hofgrefe-Verlag, 1999
  • Niklewski, Günter; Riecke-Niklewski, Rose Depression überwinden Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Helfer Stiftung Warentest, 1998
  • Helmchen, Hanfried; Rafaelsen, Ole; Bauer, Michael Depression und Manie: Wege zurück in ein normales Leben. Ein Ratgeber für Kranke und Angehörige. Trias-Verlag, Stutgart, 1998
  • Faust, Volker Schwermut: Depressionen erkennen, verstehen, betreuen, behandeln und verhindern. Hirzel-Verlag, 1999
  • Epstein, Rosen Laura und Amador, Xavier F Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist. Wie man depressiven Angehörigen oder Freuden hilft, ohne selbst den Boden unter den Füssen zu verlieren. Scherz-Verlag, 1998
  • Walden, Jörg und Grunze , Heinz Bipolare Affektive Störungen, Ursachen und Behandlung Thieme Verlag, Stuttgart, 2000
  • Faust, Volker Manie. Eine allgemeinverständliche Einführung in Diagnose, Therapie und Prophylaxe der krankhaften Hochstimmung. Enke, Stuttgart, 1997
  • Luderer, Hans-Jürgen Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Depressionen und Manie - Ursachen und Behandlung. Trias-Verlag, Stuttgart, 1994
  • Jamison, Kay Redfiled Meine ruhelose Seele. Die Geschichte einer manischen Depression. Goldmann Verlag, 1997
  • Sachbuch / Ratgeber Bd 150300 Dowling Colette Neue Wege aus der Depression, Angst und Abhängigkeit Fischer Verlag, 1998