Befreunden

Entstehung des Projekts Befreunden

1999 veröffentlichten Harris und Kollegen in der Zeitschrift British Journal of Psychiatry die Studie „Befriending as an intervention for chronic depression among women in an inner city“. Die Übersetzung wäre: „Befreunden als eine Intervention zur Besserung chronischer Depression bei Frauen in einem Stadtzentrum“.

Hierbei wurden ehrenamtlich tätige Frauen gesucht als Freunde von 40 depressiven Frauen, um über ein Jahr lang mindestens 1 Std. / Woche mit ihnen zu reden, da zu sein, ein Freund zu sein, Aktivitäten anzustoßen.

Die Laienhelferinnen erhielten ein dreitägiges Training. Die Betonung lag auf der Überwindung psychosozialer Belastung durch die positive neue Begegnung im Sinne eines Neustarts. Befreunden besserte die Depressionen, wenn auch positive Lebensereignisse eine wesentliche Rolle spielten.

In den letzten 20 Jahren erscheinen immer wieder Artikel zum Modell „Befreunden“, für verschiedene psychiatrische und nicht-psychiatrische Störungen und Krankheiten. Sie untersuchten vor allem die Motive der Ehrenamtlichen wie Persönlich Bereicherung an Erfahrung (Cassidy et alii 2019), auch das Hin- und Herwechseln zwischen einer Art Profibetreuer und echtem Freund.

Antidepressive Therapien bessern die Depression, den Antrieb, die Freude, können aber die eingetretenen Folgen oft nicht rückgängig machen. Vor allem der Verlust von Kontakten in der langen stillen Zeit des Rückzugs erschwert dann die weitere Genesung.

Der Verein Horizonte griff deshalb die Idee des Befreundens auf, um Patient:Innen mit wenig sozialen Kontakten zu unterstützen. Als Voraussetzung für die Teilnahme beim Projekt Befreunden müssen allerdings die Betroffenen eine gute stützende Therapie haben, weil sonst die Depression und nicht gemeinsame Freunde Gegenstand der Beziehung wird.

Derzeit betreuen wir ungefähr 35 Freundschaften von Ehrenamtlichen und Betroffenen

Die von uns vermittelte Freundschaft soll eine Begegnung zweier Menschen mit gegenseitigem Interesse und offenem Ausgang sein. Man hat Spaß beim Spazierengehen, Radfahren, in Konzert, Restaurant.man macht die Dinge, die man eben mit Freunden genießt.

Verschlechterung des Befindens muss zu einem Kontakt mit professionellen Helfer:Innen führen.In diesem Fall sind die Fachleute von Horizonte immer erreichbar.

Unser Modell Befreunden soll auch zu Enttabuisierung / Antistigma von psychischen Störungen beitragen.

Informiere Dich auf unserer Seite über die Projekte und lies Fachliches über Depression.

Lass dich inspirieren, Freund*in zu werden.

„1000 Freunde im Netz, trotzdem Einsam“ Therapien heilen die Ursache, wir bessern die Folgen

Jetzt Befreunden

Befreunden vermittelt also Freundschaften zwischen ehrenamtlichen Helfern und Menschen, die wenig soziale Kontakte haben wegen psychischer Probleme.